Nach diesem Motto will ein Tiefdruckgebiet über unsere Gegend hinwegziehen. Am Vormittag soll es noch einigermaßen angenehm für Freiluftaktivitäten sein, daher fahren wir mit der Bahn nach Potsdam, wo wir die schon vorhin besprochene Stadtrundfahrt machen. Heute ist es zu frisch, um mit offenem Verdeck zu fahren. Somit hat der sonst oben offene Doppeldeckerbus die Segeltuchplane darüber gezogen.

Pünktlich geht die informative Fahrt ab, an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten Potsdams vorbei. Dadurch, dass die Stadtführerin am Mikrofon nur deutsch sprechen muß (vergleiche die Tour in Berlin!), ist der Gesprächsfluß weniger aufgeregt (und pausenlos). Grau ist der Himmel, kühl der Wind. Jetzt wäre ein gutes Essen gerade recht.
Der Info-Dienst bei Karstadt empfiehlt uns den naheliegenden "Anatolier" (hier geht man offenbar zum Anatolier, nicht zum Türken) mit Namen "Lehmofen" mit einer Küche, die auch nach den gemeinhin üblichen Mittagszeiten ein leckeres Menü auftischen kann. Am späten Nachmittag kehren wir mit wohlgefülltem Bauch nach Berlin zurück. Mittlerweilen hat es zu regnen begonnen. Wir suchen ab jetzt eher "indoor"-spezifische Attraktivitäten. Aber bitte kein Museum. Noch sind wir nicht reif dafür, obwohl Berlin davon eine riesige Auswahl hat. Vielleicht das nächste Mal.
Gerade noch trockenen Fußes und Hauptes erreichen wir das SeaLife Berlin. Die Firma unterhält in einigen großen und/oder tourismusreichen Städten gleichartige Aquarien. In Konstanz und München habe ich den Einfallsreichtum der Erfinder und Konstrukteure dieser besonders bei Familien mit Kindern beliebten Tourismusattraktion bereits bewundern können.
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30 Becken in allen Formen und Größen zeigen den Lauf des Wassers und das Leben seiner Bewohner von den Quellen der Spree bis in die Nordsee und den Atlantik. Im Sea Life München war es die Isar und ihre Nebenflüsse, in Konstanz der Rhein.
Mit dem Ticket in der Hand verlassen wir das SeaLife und haben mit diesem Papierchen auch Eintritt in den Aquadom, ein riesengroßes, zylindrisches Aquarium, das nicht nur mit einer Million Litern Meereswasser gefüllt ist, sondern auch 2600 Fische aus über 50 Arten beherbergt.
Wir warten etwa 10 Minuten, dann kommt der Aufzug, der in dieses 25 Meter hohe Aquarium gebaut wurde, herunter. Wir folgen einer Dame mit Mikrofon, die uns über das Projekt alles Wissenswerte erzählt, während sich der Aufzug an den Fischen vorbei langsam nach oben bewegt:
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Abends ist wieder Zeit für Kunst und Kultur, dieses Mal nicht Oper, Operette oder Kabarett, sondern ein Musical. Besser gesagt ein Grusical mit Biss und Humor: Der TANZ DER VAMPIRE!
Seit Dezember 2006 läuft die Parodie auf das Vampirgenre im Theater des Westens. Regie führt Oscar-Preisträger Roman Polanski.
Ein erstaunliches Werk, das nahelegt, den Original-Film von Polanski (noch einmal) anzusehen. Mit Polanski kam ich zum ersten Mal in Kontakt, als in unserer Schule in der Turnhalle sein blutrünstiges Werk "MacBeth" aufgeführt wurde.
Hier, im Theater des Westens, sind die Zuschauer in ausverkauftem Haus sehr angetan angetan von dem, was ihnen geboten wird. Mir gefällt vor allem das einfallsreiche variable Bühnenbild und die Efffekte. Vor allem weibliche Zuschauern scheint das Verhalten des schwulen Grafensohnes außerordendlich gut zu gefallen, da sie lautstark kreischen, wenn dieser auftritt. Ich finde das seltsam, denn das geht doch nicht zusammen: Ein schwuler junger Mann und gerade mal geschlechtsreife Evastöchter ...
Nun zum Thema:
Berlin – Charismatische Nachtgestalten, bedrohlich hervorblitzende Eckzähne und Blut: Das Musical Tanz der Vampire bleibt den Konventionen des Horror-Genres treu, auch wenn die merkwürdigen Umstände dem Grauen bisweilen den Schrecken nehmen. Die Geschichte führt den Zuschauer ins dunkle Herz von Transsilvanien und durch alle erdenklichen Strapazen der Vampirjägerei. Hinter Gänsehautmomenten und gruseliger Hochspannung lauern skurrile Charaktere und kuriose Geschehnisse im Reich der Blutsauger. Das Musical verwebt die delikaten Verwicklungen seiner Figuren mit furiosen Tanzszenen und rockigen Balladen inmitten einer majestätischen Vampirschloss-Kulisse. Der Reiz der Inszenierung von Roman Polanski liegt in der Balance zwischen Schauder und Komik.
Als Vorlage für das „Grusical“ diente Polanskis gleichnamiger Kinoerfolg aus dem Jahr 1967. Das Buch entwickelte Michael Kunze, der sich mit zahlreichen Musical-Übersetzungen und eigenen Musiktheater-Produktionen einen Namen machte. Die Musik stammt aus der Feder von Jim Steinman. Seine dramatischen, opernhaften Rock-Kompositionen wurden vor allem durch Interpreten wie Meat Loaf und Bonnie Tyler weltweit bekannt. Die Vampir-Komödie zählt zu den populärsten deutschsprachigen Musicals und hat bisher mehr als vier Millionen Zuschauer in ihren Bann gezogen. Inzwischen reicht das Renommee der Produktion von Europa bis nach Asien. In Warschau hat Tanz der Vampire aufgrund der großen Nachfrage gerade seine Spielzeit verlängert. Am 2. Juli 2006 feierte das Musical seine Japan-Premiere in Tokio.
Tanz der Vampire spielt mit den Erwartungen des Publikums und allen Klischees, die das schaurige Metier zu bieten hat – bis zum bissigen Ende. Für Michael Kunze liegt die besondere Würze in der Ironie des Ausgangs: „Die Geschichte hat keine Moral. Die Vampire triumphieren und übernehmen die Herrschaft der Welt. Das macht das Stück letztlich so modern.“
Vampirjägerei und ihre Tücken: Die Geschichte
Getarnt als Fledermausforscher verfolgt der berühmte Vampirjäger Professor Abronsius mit seinem jungen Assistenten Alfred die Spur der Untoten. In Transsilvanien retten sich die beiden kurz vor dem Erfrieren in das Wirtshaus von Chagal, dessen bezaubernde Tochter Sarah dem etwas unbeholfenen Alfred von nun an schlaflose Nächte bereitet. In der Schenke stoßen die Wissenschaftler nicht nur auf verdächtige Mengen von Knoblauch sondern bald auch auf verräterische Bisswunden. Verantwortlich für die beängstigenden Vorkommnisse im Dorf ist der Vampirgraf von Krolock. Auch er hat eine Schwäche für die schöne Wirtstochter, die betört von seinem dunklen Charme einer Einladung auf sein Schloss folgt.
Abronsius und Alfred nehmen die Verfolgung auf – der eine voller Forscherdrang, der andere voller Sorge um seine Angebetete. Im Reich des Grafen angekommen erwarten sie zwei überaus erfreute Gastgeber: Von Krolock und sein schwuler Sohn Herbert, den insbesondere Alfreds Eintreffen in Entzückung versetzt. In den nun folgenden 24 Stunden überschlagen sich die Ereignisse, allerdings zu Gunsten der dunklen Kreaturen. Eine Serie von erfolglosen Annäherungs- und Vampirtötungs-versuchen findet ihren Höhepunkt auf dem Mitternachtsball im Schloss. Zuletzt verbleibt Professor Abronsius als einzig Sterblicher im Kreis von Untoten – nichts ahnend…
Roman Polanski ist in seinem Film in der Rolle des Alfred zu sehen. In der Musicalversion des Stoffes wurde der unbeholfene Assistent des Vampirjägers zur zentralen Figur ausgebaut.
Tickets und Infos bekommt man hier: TopTicketLine 01805-4444 (0,14 €/Min. by Q1) oder www.stage.de
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| Von Berlin: 3.4.2007 |
Bild: Tomas Borchert (Graf von Krolock) und Lucy Scherer (Sarah)
Credit: TdW. Freigegeben von Stage Entertainement. Alle Rechte vorbehalten!



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